Kennen Sie das, wenn Sie eine Beschwerde einreichen müßten - aber es besser ist, 'Satire' zu schreiben? Denn gegen einen angehäuften Wust an Verdächtigungen läßt sich schwer argumentieren, und sich zu rechtfertigen würde nur als Beschwichtigung erscheinen.
Hier bekommen Sie wirklich alle Details: wie Vermittlung + Bewerbungscoaching heute ablaufen, und wie amtsärztliche Gutachten 'frisiert' werden. Ein Grundlagentext mit Schwerpunkt in Richtung Ethik. Wer wenig Zeit hat, kann direkt zum letzten Kapitel springen.
Über mich
Ich bin 35, Ex-Callcenter Agent/Trainer/Team Manager; wir sind allesamt nette Leute aus den Subkulturen (und andere machen den miesen Job nicht). Ich stellte Legalität vor Karriere, und das bekommt Ihnen heute schlecht, auch wenn Ihre Verkaufsquote immer sehr gut war. Über Mobbing dann ausgebrannt. Die meisten Kollegen gehen nach spätestens 2-3 Jahren genauso, ohne für etwas eingetreten zu sein.
Danach steht man vor dem Nichts: Im Office ist die Konkurrenz durch Uni-Absolventen zu groß, und Zeitarbeitsfirmen sagen Ihnen, daß Sie ein Angestelltentyp sind und eben nicht passen. Wenn Du familiäre Nachteile hattest und deswegen keinen Führerschein, ist der Arbeitsmarkt bodenlos. McDonald's und Burger King gehen wegen des Klimas vielerorts auf Nummer sicher: makellose Lebensläufe stechen, für anderes ist keine Zeit bei 100 Bewerbungen. Man nimmt nur Durchschnittsmenschen mit junger Haut. Umschulungen gibt es nicht. Der Staat will Legalität - hat aber Nichts zu bieten für die, welche es beherzigen.
Du versuchst neben Deinen Bemühungen an einen Broterwerb zu kommen, was anderes aufzubauen. Ich will in den Stadtrat und die Politik, das bedeutet eine Schinderei über mindestens 3 Jahre, bis Du ausreichend bekannt bist. Eine normale Stelle zu monatlich 700 EUR wär Dir wesentlich lieber. Aber da ist einfach Nichts.
Du und die komischen Berichte
Stellensuche würde unter realistischen Vorzeichen unkompliziert sein, wenn da nicht zuviel Sozialpädagogen am falschen Fleck wären, zu denen man geschickt wird, und die Arbeitslose in Berichten an ARGE/Jobcenter auslegen wie ...

Nein, so sehen nicht jugendliche Hiphop-Poser aus, um die es heute in der Regel auch nur gehen dürfte bei moralischen Standpauken - es ist projiziert auf das klassische Feindbild vom intellektuellen "Faulpelz", dem man Arbeit beibringen müsse, und wo dann natürlich in jeden Bericht Tadel gehört. Egal wen man vor sich hat, denn "die sind doch eh alle gleich". lol
Amtsarzt
Jeder ausgebrannte Callcenter-Agent muß erstmal zum sog. Ärztlichen Dienst. Es ist eine Routine-Untersuchung (Kniereflex, Gewicht, allgemeine körperliche Gesundheit, Zähne), bei der Arbeitsagentur. "Ihre Kollegen insbesondere auch aus diesem Callcenter kommen alle irgendwann zu uns." (Dir fällt zunächst ein Stein vom Herzen, denn Du bist immer noch der typische Callcenter-Pusher > "ab in die nächste Kampagne!", entsprechend fühlst Du Dich unwohl.)
Zwischen den Zeilen bedeutet das, man könne intern die Feststellung nicht weitergeben, daß von diesem einschlägig bekannten Unternehmen unverschämt viel Fälle mit Burnout-Syndrom kamen, und dann dem Arbeitsamt auf der Tasche lagen. Es hatte sich längst herumgesprochen, daß von dort stets um die 30 Kündigungsschutzklagen vorm Augsburger Arbeitsgericht lagen.
Fiel das Schweigen den Rechtsanwälten und klagenden Kollegen nicht übel in den Rücken? Haben Amtsärzte Spielraum für Kritik, oder würden die dann in der Behörde 'abgesägt'? - Ebendas geht Dir durch den Kopf, als Du da nun auf der Waage stehst. Ein Signal an die Vermittler gab es doch nie, und so liegt der Schwarze Peter wohl bei den Betroffenen = werden sie dann entsprechend behandelt? Spiegelt doch die Lokalzeitung Arbeitsamts-Mitarbeitern vor, daß dies alles wunderbare Stellen seien, die jeder annehmen könne, sofern er keine Vorstrafe habe. Das ist denn aber bereits auch alles was sie wissen über diesen 'Jobmotor', wo sie jeden hin vermitteln sollen. "Ich verstehe nicht, warum Sie nicht unterkommen, Sie sind 'jung' und haben doch keine Vorstrafe." - praktisch jeder muß sich das anhören.
Arbeitsamts-Psychologe
Doch weiter. Dem folgt dann der Psychologe (auch Routine-"Untersuchung"), ein allerdings 'netter Typ'. Erster Termin ok, aber über was soll man reden? Im Callcenter-Bereich sagen sie, man "macht halt was anderes", eine Umschreibung für: zieht bald nicht mehr so wie Frischfleisch, kann sich nicht den ganzen Tag beleidigen lassen ohne auch mal dezent unfreundlich zu sein, *was auch immer, who cares, der Biß beim Abschluß wird abnehmen*. Aber erwarten Sie bloß keine "psychiatrischen Störungen" oder sowas! Ja, Du kannst zeitweise nicht mehr schlafen und Dein Magen dreht öfters durch, ok Ekzeme, aber eben nicht...
Nur haben ARGE und Arbeitsagentur mitunter wegen der politischen Vorgaben keine Möglichkeit, selber Richtlinien für Callcenter-Burnout zu entwerfen, und was auch immer man feststellt ist dann individuell zu verantworten? Aber wir sind halt Pusher, ich hab als Coach Hartz-IV Leute nach Hause geschickt, weil die mir zu schwach erschienen für den Job, oder zu behäbig. Die halbwegs ehrlichen Psychologen scheinen frustriert. Er gab für meine Andeutungen über dies Problem umgekehrt etwas zurück, indem er sagte, ich müsse mir nicht vorwerfen, legal geblieben zu sein. Die Dinge in der Branche seien bekannt, man könne eben nur derzeit weder seinen eigenen Haushalt schützen, noch die Branche, weil es kein Controlling dieser Art mehr gäbe, und man freue sich über jeden jungen Menschen, der Ethik denn noch berücksichtige. In Berichte darf sowas natürlich nicht. -
Ihm fehlt was zum Kontrastieren, und so frägt er gegen Ende, was Dein Traumberuf wäre. Du sagst, keinen zu haben und nur normal leben zu wollen. Er bohrt 2x nach, und Du gibst dezent an "etwas in Richtung Photographie" - und wischt das zugleich vom Tisch indem Du sagst, es brauche einen Brotberuf weil der Bereich überlaufen ist mit Leuten, die bessere Ausgangsbedingungen haben. Die Abschwächung wird er weglassen, und schreibt (wie Dir ebenfalls vier Jahre später erst zugänglich gemacht werden wird, als Du es erzwingst) Folgendes in den Bericht: Daß ich meinen Traumberuf angesprochen habe, aber... "er ist realistisch genug zu erkennen, daß er zunächst einen 'soliden Brotberuf' braucht und keine Zielrichtung mit ungewisser Zukunft." = Er habe Dich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, nicht wahr?
Aus dem Umstand, wie er es als Beamter anerkennenswert fand, wenn junge Leute in dieser Zeit noch Legalität vor Karriere stellen, und ich wie es sich gehört höflich sagte, daß es einem guttue, sowas zu hören wo man nicht mehr damit rechne (ohne aber auszusprechen: von Seiten des Staates wo sie meist nur alles gegen einen benutzen), macht er später heimlich -> daß es mir "bereits geholfen" habe, "in Ruhe" über angebliche "Probleme" auf meiner Seite zu sprechen und ich dabei "neue Zusammenhänge erkennen" konnte... - also eine "Behandlung"?!
Meine insgeheime Klassifizierung von Herrn R. war ein völlig desillusionierter Beamter, der im Rahmen seines Spielraums nicht ganz so urteilen würde wie seine Kollegen. Ich weiß von einem Bekannten, daß er unter den ARGE-Mitarbeitern galt als "der Einzige, dessen Berichte noch einigermaßen fair" seien im Unterschied zu dem, was sonst so alles käme vom psychologischen Dienst. Sie bedauerten, als er dann in Rente ging...
Ein zweiter Termin später - angesetzt weil das erste Gespräch immer noch nicht genug hergab - wird übel, der Psychologe verspätet sich 20 Minuten. Die Sache ist die: Deine Vorgängerin weinte, und er hat sichtlich Probleme weil er ohne Pause in den nächsten Termin gehen muß nach 80 Minuten sowas. Du gibst ihm zu verstehen, daß man dann besser verschiebt, aber nicht erwarten darf, daß jemand seine Seele auskehrt. Das Signal kommt jedoch irgendwie nicht an, er ignoriert sowas. Du erzählst also unter welchen Umständen Du telefoniertest, weil einzig das bereits alles sagt, etwa: Pulk von 40 Leuten ohne Trennwände, schreiende Hüpfer-Kunden (Gierhammel, die ständig Telefonanbieter wechseln). Was Du aber nicht weißt, ist, daß Du ihm nichts gegeben hast von dem, was er braucht: Den Tadel an Dir, "Fördern und Fordern". Was wohl im Bericht steht? - Erfahren wirst Du es nicht. Es ist auch egal: die Sachen sehen bei allen gleich aus, und die Vermittler wissen das.
Erste Bildungsmaßnahme: Profiling und Coaching bei einer kirchlichen Einrichtung (Junge Werkstatt, Augsburg-Pfersee)
Das kam auf Dein Bemühen hin zustande. Du wünscht einen Kurs für Sachbearbeitung oder BackOffice, irgendwas damit Du nicht zu lange durchgehend arbeitslos bist (in Augsburg gibt's kaum Stellen). Länger als 1/2 Jahr arbeitslos zu sein bedeutet, daß Zeitarbeitsfirmen Dich in der Regel nicht mehr zum Vorstellungsgespräch einladen, weil soviele andere Arbeitslose einfach nicht kommen; es ist eine Faustregel der Zeitarbeitsbranche, und sie schütteln dort selbst den Kopf darüber, daß die Vermittler des Arbeitsamts nichtmal dies wüßten.
Angeboten werden nur Dummchen-Kurse für PC-Einsteiger. Die Vermittlerin bevorzugt eine 'Profiling'-Maßnahme.
Dein Gegenüber dort ist ein "netter Typ". Er erzählt Dir, wie er Sozialpädagoge wurde; war auch langzeitarbeitslos und sagte ihnen irgendwann er wisse nicht was passieren werde bliebe er länger daheim, und fürchte bald seine Frau zu schlagen, sei außer sich. Er durfte studieren (offenbar ermöglichte man es ihm?). Und das zeige es gehe ja sofern man denn nur wolle und einsichtig sei. Selbst er hätte das gekonnt, wo er den Prof. erstmal gar nicht verstanden habe. Sonst: Man wisse nicht was 'die da oben' von Vermittlern erwarteten, die Zeitungen berichteten ja über nichts mehr. Wir hätten Massenarbeitslosigkeit ohne Aussicht auf bessere Konjunktur (auch wenn aus PR-Gründen das Gegenteil behauptet werde), nur das dürfe man ja nicht mehr offen sagen. Es klingt ein bißchen nach den 80ern, und dieser Eindruck ist um so intensiver, als er seine Termine durcheinanderbringt. Du stehst also vorm Büro, und er klamm: "ich weiß Sie waren ja für heute eingeplant aber ich bin so gestreßt, es ist soviel los...". Man zeigt zweimal Nachsicht, schließlich ist es nur 1/2 Stunde Weg bis nach Pfersee, und die Freundlichkeit wird sich ja wohl in Form eines fairen Berichts niederschlagen, hoffst Du.
Was er als Umschulungsmöglichkeiten voraussetzt gibt es seit den 90s nicht mehr, und jeder weiß das - aus Deiner entsprechenden Skepsis werden Blockaden konstruiert. - Ich beschränke das Zitat hier auf eine der weniger ekelhaften Äußerungen: "Zahlreiche berufliche Zukunftsideen wurden von ihm sofort abgewiesen, mit dem Hinweis, daß er dafür überhaupt nicht in Frage käme, aufgrund seiner persönlichen Einschränkungen." (Zitat Jörg Scholl, "Diplom-Pädagoge Univ.") - Sowas habe ich nie gesagt! Du kannst Dich dagegen aber nichtmal wehren, weil Dir der Bericht vorenthalten wird (Du kannst ihn sicher erzwingen per Rechtsanwalt - aber dann geht die Bürokratie auf Dich los, und jeder in Deutschland weiß, was es mit der ARGE/dem Jobcenter auf sich hat). Sie lesen Dir daraus vor, lassen aber diese Sachen weg, und der Text ist kürzer. "Wenn ich den Bericht nicht bekomme, sagen Sie mir bitte, was an Negativem über mich darin steht." - Vermittlerin: "Nein, da ist nur Positives."
Stufe 2 wird Bewerbungscoaching sein. Die Dame hat ein offensichtliches psychisches Problem: sie läßt gleich mal fallen irgendwelche anderen Leute seien "krank", das faselt sie den ganzen Tag. Von "Coaching" kann keine Rede sein. Auch sie war arbeitslos, über 40 gekündigt, sie wirkt gezwungen und muß es jedem sagen - "aber hallo, mit 40 arbeitslos!", nur habe sie es halt geschafft wie man es eben mache. Die Angst steckt offenbar noch zu tief (Vertrag auf Zeit?), sie läßt es in andere Dinge einfließen, als müsse sie hart auftreten, sei ihre Existenz doch noch immer bedroht, irgendwie.
Schließlich schießt sie den Vogel ab, indem sie Dich im letzten Termin allen Ernstes mitschleift zur IHK, um sich über die Preise dort informieren zu lassen, ob ein Kurs für Dich drin wäre. Wie man das normal macht (anrufen+Broschüre zusenden lassen) weiß sie nicht, sie muß gleich zum Chef der Abteilung, als Vertreterin einer kirchlichen Einrichtung die sie stolz vorstellt...
Da sitzt Du also, der Herr guckt (weil's die evangelische Kirche ist) freundlich wenngleich irritiert, und allen Ernstes spielt sie nun Streetworkerin, wie sie's aus ner Serie im TV wohl gesehen hat. "Diesem jungen Herrn eine neue Chance geben." Aber ich bin kein Jugendlicher, oder Ex-Junkie. Ich bemerke irgendwann gedehnt, ich sei "verwundert" gewesen über den doch etwas ungewöhnlichen Termin... Kurzum ich lasse sie voll auflaufen. Die Preise der IHK für Kurse sind aus ihrer Sicht überhöht, "das kann ich gegenüber denen bei der ARGE nicht durchsetzen, höchstens ein paar hundert Euro, Sie haben da aber gar nichts mit Abschluß!" - worauf ich sagen würde, daß es aus meiner Sicht "marktübliche" Preise seien, und man sie evtl. vorab prüfen sollte. Der IHK-Teamleiter guckte amüsiert. Den Bericht an die ARGE bekomme ich nicht - aber sie wird sich später wohl ausgetobt haben? :D
Sie rechnete die halbe Stunde inkl. Anfahrt großzügig als 2 Stunden "Bewerbungscoaching" ab, es ist eine von der EU geförderte Maßnahme. - Ich belasse es an dem Punkt dabei, um Ihnen Einblick zu geben, wie man sich fühlt.
Es ist wichtig zu wissen, daß bis zur Jungen Werkstatt kein Problem bestand: Die früheren Sachen liegen der Stelle nicht vor, niemand nimmt den spinnerten Mist vom psychologischen Dienst heute noch ernst, denn der hat seinen Ruf im Amt längst weg. Du hattest eine Mini-Schulung angefragt, um mit einem bestätigenden Wisch über irgendwelche neuen Büroqualifikationen die 6 Monate neu starten zu lassen, weil man Engagement gezeigt habe (wovon ich oben sprach: Zeitarbeitsfirmen laden nach der Zeit normal nicht mehr ein). Nun wird es seitens der Vermittlerin giftig. Sie hatte statt der Schulung dieses sinnlose Coaching gewollt, und fortan gibt es viele Tritte, weil sie den Schrieb von dort als "Entartungsbestätigung" sieht. Das Problem dabei ist, daß ich fast aus dem Burnout raus war. Erfolgreich Telefonieren bei den heutigen Zuständen in Callcentern, sich dabei jeden Tag 100x beleidigen lassen - das ist eine Kunst, und brutaler Akkord. Klinken Sie da noch "Entartungsvorwürfe" ein, verlängern Sie Burnout, weil exakt so Telefonisten ausbrennen, wenn junge Manager mit Blockadevorwürfen noch mehr rausschinden wollen aus Quotenhengsten. Das sog. Jobcenter resp. vorher ARGE hat Kollegen so Jahre genommen, nur zum Quälen. Das ist in der Branche bekannt, deswegen darbt sie/Personalmangel erfahrener Telefonisten.
Im Dezember bekam ich zuletzt von meiner Vermittlerin ein Stellenangebot: wo sie meinte, die Zeitarbeitsfirma suche händeringend und niemand wolle diese Arbeit machen, es sei wieder mal typisch... Die Mitarbeiterin dort aber signalisiert, daß (einmal salopp gesagt) das Betriebsklima nur was für Knastbrüder sei, da passe ich nicht rein, und was anderes haben sie auch nicht, bedauern es selber, aber wollen daß man sich wieder in Q1 melde. Ideologischer Zweckoptimismus vs. Realismus des Marktes.
Die Monate vergehen, Stellenrecherche, und der Versuch, mit Nichts eine neue Existenz aufzubauen. Das ist harte Arbeit, die Beratungsgespräche beim Vermittler sind jedesmal Intermezzos, die runterziehen. Wenn Signale von diesen umwerfenden Coachings unterstrichen werden, diese komischen Berichte um deren Inhalt man Dich belügt. Und Dir schwant: je länger Du arbeitslos bist, um so mehr wird sich ansammeln...
bfz Augsburg2010 wirst Du von Deiner Vermittlerin eingeteilt zur "Gesundheitsfürsorge" des Fortbildungszentrums, die angeblich "sozialpädagogische" Maßnahme um eine Bestandsanalyse "Burnout" aufzumachen weil man von oben keine Vorgaben habe, oder auf gut deutsch: intern vertreten zu können, Dich nicht für die übelsten Callcenter-Jobs einzuteilen, denn oft gibt es nur dort noch freie Stellen, weil die Schuppen ihre Belegschaft jedes Jahr verschleißen und auswechseln.
Das erste Gespräch ist bereits ernüchternd. Es stellt sich heraus, daß sie am gleichen Lehrstuhl studierte wie Du. Darauf angesprochen, warum Du als Student ins Callcenter gingst (weil Dir Geld fehlte und die Aussichten dort an der Uni schlecht waren), meint sie übertrieben: daß sie sich gar nicht vorstellen könne, wie bei dem wunderbaren Professor... - später werde ich sie wenn's zu dreist wird öfters an die Wand fahren mit Anspielungen wie "aber sie wissen doch sehr wohl von den [berüchtigten] Prüfungen?!" - und sie mit einem klammen "Ja" antworten, wie eine ewig verdrängte furchtbare Realität. -
Die Sache war die: Der Professor schwelgte im Elfenbeinturm und sah z.B. überhaupt nicht ein, Magisterarbeiten zu korrigieren. Seine Mitarbeiter waren entsprechend überlastet, Absolventen warteten teils 2 Jahre auf die Korrektur, und endeten deswegen arbeitslos mit einem Makel im Lebenslauf. Er hatte eben diese zwei Gesichter: unwahrscheinlich gelehrtenmäßig-liebenswürdig das eine, rücksichtslos das andere. Waren Studentinnen z.B. pummelig, konnte es schonmal passieren, daß er sie in der Abschlußprüfung diesen Zug malen ließ: "Sie wissen doch, Lok und Waggon, wie im Kindergarten". Sie machten das dann verdattert, und er würde sagen: "Sehen Sie, und der Zug ist jetzt für Sie abgefahren!" - Es hagelte Beschwerden, denen aber vom Prüfungsamt nie nachgegangen wurde. Jeder hatte Angst wegen der Launenhaftigkeit seiner Gunst, und Studenten lebten 5-6 Jahre lang eine Lüge: angeblich böse CSU-Landesregierung und schlechte Studienbedingungen - bis auf ihren Professor, den sie ja nicht kritisieren durften.
Na Klasse, Du darfst Dich also von jemandem einstufen lassen, der noch immer verdrängt? Viele dieser Leute führen ihre Lüge später im Leben fort: Sie haben es geschafft, so sei das halt/anders komme man doch zu nichts - und wer ausstieg wird evtl. runtergemacht, um sich selbst im Leben zu versichern, es habe keinen anderen Weg gegeben? Der Hinweis auf den Interessenskonflikt wird ignoriert. -
Als ich eine gewisse Abneigung gegenüber psychologischen Therapien bei Burnout fallen lasse: weil Psychologen ihren Beruf wählen oft ebenso aufgrund von Nachteilen im Leben (ist bekannt/Fachzeitschriften), und wenn diese rein realer Natur sind wie in der bekanntermaßen chaotischen Callcenterbranche, können psychologische Ansätze nichts bringen. - Sie schaut nun wie als ob sie in sich reinguckt und abklärt wie das denn bei ihr war, als sie sich für ebendiesen Beruf entschied. Dabei verwechselt sie offensichtlich etwas: Sie ist "Diplompädagogin", nicht Psychologin, das ist ein himmelweiter Unterschied. Freilich gehören ein paar Pflichtseminare Psychologie zum Pädagogikstudium, aber nichts was auch nur ansatzweise berechtigen könnte, sich die Psychologin unter den Nagel zu reißen... In welchem Chaos bin ich hier nur gelandet? Ich muß mich also verlassen darauf, daß sie weiß daß ich nicht links bin, ich betone bald einmal daß wenn es hier weitergeht es nur deswegen ist, weil das bfz von den Arbeitgeberverbänden ausgeht. Es ist der Deal des Ganzen, weil ich keine Lust auf Ärger mit der ARGE habe. Allein, wozu etliche Gespräche, wenn Du schon im ersten alles abhakst, und in welcher Rolle ist die jetzt eigentlich?
Es war für mich denn eine Plackerei; sie würde versuchen in meiner Vergangenheit als Scheidungskind herumzustochern, und ich über die Termine 30-40x fragen, was das denn mit heute zu tun habe. Wenn sie es aber im Bericht bringe, dann bitte auch den Link zu jener Seite meiner Homepage, wo die beglaubigten Akten über Kindesmißbrauch liegen: Womit die Sache vom Tisch sein dürfte. Die forderte sie trotz Angebot von mir nun auch noch übertrieben ohne daß dies nötig wäre, weil das Angebot von mir ausging: "da brauchen wir was schriftlich, anders geht das nicht!", wie um sich selbst zu beweisen, man könne seinen Job noch. Aber lesen würde sie es nicht, trotz daß sie dies natürlich beanspruchte. Und würde sodenn entgegen fester Zusage, an die ich meine Angaben und Bereitschaft Fragen zu beantworten knüpfte, die Belege ganz weglassen, und damit ihr Wort brechen.
So wird aus Cholerikergewalt eines straffälligen Vaters mal eben "gab an, seit meiner Kindheit traumatisiert zu sein"! Das alles erfahre ich erst hinterher, denn den Bericht würde ich nicht bekommen, sie liest ihn mir vor ob man dies oder jenes sagen könne - aber schreibt später was ganz anderes! Ich deute mehrfach an, abbrechen zu wollen, sie jedoch, daß sie meiner Vermittlerin nahesteht (was laut Frau Oswald so nicht stimmt, aber wie soll ich das wissen?), was eine indirekte Drohung ist. Stufe 2 gehe ich ein weil sie mir verspricht, mit Beziehungen bei der Stellensuche zu helfen. Das ist übrigens normal, viele Firmen suchen Personal nur nach Vitamin B, und das bfz gehört zu den Arbeitgeberverbänden, auch wenn der Ruf mies ist. Allein, sie wird sich an die Absprache später nicht halten.
Ich muß ihr beim Ausdrucken meiner Bewerbung und Nachweisbögen helfen, sie weiß nicht, wie man PDF-Dateien ausdruckt. Die Termine kann sie kaum pünktlich einhalten. Es wirkt auf mich manchmal als wenn die noch in anderen Fällen ist, als sie ihre Mappe fürs Gespräch zusammenstellt während ich am Tisch warten möge, obwohl schon draußen 5 Minuten. Es kommen einem dann zumindest Sorgen, wirklich abschätzen kann man das nicht. Ich machte sie darauf aufmerksam, daß sie zwei Wochen nach dem Umzug in ein neues Büro immer noch Einladungen mit der alten Raumnummer versendet (anderes Gebäude im Gewerbehof). Einmal ist ein anderer Kunde im gleichen Raum, sodaß ich seine komische Krankengeschichte (psychische Probleme) im Hintergrund mit anhören muß. Ihre Kollegin läßt gelegentlich bei ihren Arbeiten Seufzer fallen, sehr schwache Nerven. Unbehandeltes Burnout?
Der "Coach" ist der Meinung, Menschenrechtler seien doch alle psychisch krank, deswegen sieht sie auch keine Veranlassung, sich politisch zu bilden. Daß sie einen Callcenter-Trainer vor sich hat, bemerkt sie nicht, mein Lebenslauf wurde kaum gelesen. Ihr Sohn konnte, wie sie fallen läßt zum Thema Burnout, nicht ohne MP3-player im Baumarkt arbeiten. Das könne er nicht ertragen, dieser Kommerz heute sei Wahnsinn. Yep, sie arbeitet im Fortbildungszentrum der Arbeitgeberverbände, leitet unter anderem GrünWerk, zum Eingliedern von Jugendlichen mit ebensolchen Problemen; vielleicht auch welchen, die man nur auf sie übertrug, um selber zu verdrängen?
Was sie schreibt werde ich nicht bekommen, vorerst. Und ich hab andere Sorgen, als mich zu streiten mit der ARGE.
Die kleine Intrige: Deine Vermittlerin täuscht den VertragsarztNach längerer Arbeitslosigkeit kommt der nächste Arzttermin, eigentlich eine Formalie, eben nur wegen der vielen freien Callcenter-Stellen. Ich hab ein ungutes Gefühl, denn der Vertragsarzt scheint irgendwie voreingenommen, läßt mich nicht ausreden, unterbricht, will dann neu erklärt bekommen nur um wieder abzuhacken, als müsse man da entschieden versachlichen; er macht mich so richtig zur Sau, zumindest tut er so? Irgendwann rutscht ihm raus, daß er einen Akt voll von komischen Einschätzungen über einen vor sich liegen habe, ihn verwundere das selber, aber er müsse davon ausgehen und es habe sicher seine Richtigkeit (unausgesprochen: vom Vertragsarzt erwarte man, diesen Signalen zu folgen). Er nennt ein Zitat aus dem Akt (das mit der angeblichen "Traumatisierung"), und es haut einen bald vom Stuhl. Ok, nett von ihm das erwähnt zu haben! Gegen Ende entspannt sich das Gespräch auf beiden Seiten, ich sage ihm daß es Folgen haben wird für Frau E. vom bfz.
Was ich nun bald erfahre: Meine Vermittlerin stellte mich in ihrem
Auftrag an den Ärztlichen Dienst wie einen schwierigen Fall hin, und das Gutachten dann würde genauso aussehen > Eigendynamik. Geschrieben hat sie das offenbar nichtmal selber: typische Zeilenumbrüche wie aus einer Mail, vielleicht von der
Teamleiterin Sachbearbeitung Augsburg-Mitte Frau Büschges (die mich haßt seit ich 2009 für Wohnungsauflösung und Umbettung der Urne meiner Mutter 300 EUR Kredit nach SGB2 beantragte, was für sie "versuchter Mißbrauch" war, und verhindert wurde). Jedenfalls, es ist jemand, der nichtmal weiß, wie man "Psychiater" schreibt - für sie sind das "Psychater"...
Lügen haben bekanntlich kurze Beine. - Da steht z.B. durch die Blume drin, daß ich nichts von psychologischer 'Hilfe' hielte, und (Zitat) der "Versuch, einen beruflichen Ansatz zu ermöglichen" im Rahmen eines 1-Euro-Jobs, sei "aus gesundheitslichen Gründen gescheitert". Gefolgt vom krönenden Abschluß: "Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erhält er nur Absagen." (Zitat Meike Menn)
Zu dumm nur, daß ich zig Nachweise und Emails hab, aus denen hervorgeht, daß meine Datensätze freundlich geführt werden von Personalrecruitern, die sich auch immer wieder zwischendrin melden. Kurzum eben viel positives Feedback kam, und eine durchaus beachtliche Anzahl von Vorstellungsgesprächen. Ich belasse es hier beim Nachweis zu den 1EUR-Stellen, wo das anschaulicher ist als bei hunderten Bewerbungen. -
In der gesamten Zeit gab es sechs Vorschläge für diese 1-Euro-Jobs - Das waren höchstens Bewerbungsgespräche, und nicht wie skizziert gescheiterte Einsätze:
(1) Webdesigner für Kindergarten: Vorgänger wollte weitermachen und hat ein Kind dort im Hort, die Stelle geht so unter der Hand weg.
(2) Altenwohnheim Herrenbach: Leiterin verwundert sich, warum diese Vermittlerin mich schickt; sie wollten normal Altenheim-Sekretärinnen, weil die Kunden um die 60 alle sehr konservativ sind. Ein Ex-Callcenter-Mensch paßt da nicht, zu jung.
(3) Computer-Werkstatt in Pfersee: Stelle schon vergeben, ARGE hat Datenbankchaos. Die Chefin entschuldigt sich bei mir dafür und sagt, man sei schon genervt wegen des EDV-Problems, die Bewerber kämen für Nichts.
(4) Bibliothek in einem Mädelsgymnasium: Ebenfalls Stelle bereits weg bevor ich mich bewerben kann, Dateileiche.
(5) Meridian e.V., ein Verein für Literaturpromotion. Chef tendiert links, ich bin moderat konservativ = Chemie stimmt nicht. In dem Bereich geht das natürlich nicht, er cancelt von sich aus.
(6) Toys Company (verschenken Spielzeug an arme Familien, ich würde in die PR-Abteilung kommen, so eine Übungsfirma): Leiterin sagt ich passe nicht ins Team; unterforderter Callcenter-Trainer. Sie hören den ganzen Tag lokales Werberadio, das kann ich nicht ab, vor allem aber die lasche Haltung der Leute. Und sie riechen Deine insgeheime Frage, was das alles kostet. Sie sieht es genauso - ein gutes Vorstellungsgespräch.
Dein AktIch wollte nach dem Vertragsarzttermin den Akt in Kopie, und hab ihn erhalten von der Stelle. Aus seinem Befund geht hervor, daß der Arzt
wegen der für ihn schwer einzuordnenden Geschichten im Akt eine psychiatrische Überprüfung für
dringend erforderlich halte. Oder zwischen den Zeilen: Er müsse das wohl schreiben, wegen der Vorlage; wer genau liest, findet eine Distanzierung darin. Ich glaub ich hab keinen Anlaß, ihm böse zu sein (sofern das Teil nun ersetzt wird, und ich eine neue Vermittlerin zugeteilt bekomme). Auch wenn Du Dich z.B. fragst, warum ein uralter Hörsturz von 2002 den Du deutlich als
"gut, Sie fragen danach - aber das ist hier wirklich nicht der Rede wert, außer vielleicht für Arbeiten an einer Kreissäge, um solche Jobs ging es als das mal aufgeschrieben wurde" bezeichnetest, dennoch angeführt wird ohne den Hinweis - sodaß es wirken muß als ob Du
viel Stories auf Lager hättest. Egal.
Du darfst Dich also nach dem ganzen Theater flüchtig vom Arzt dort, wo Du die Kopien abholst, in einem (allerdings zuvorkommenden) Gespräch beschnuppern lassen ob Du in Ordnung seist oder gefährlich!! - Etwas mit dem Du nicht rechnest, auch er scherzt drüber, groteske Situation. Eine psychiatrische Überprüfung die man offenbar will lehnst Du ab, ebenfalls einen Termin beim Psychologen. Vielleicht paßt hier das Zitat aus einem Film (
Dr. Jarvis aus
Thursday) am besten
"you know it's quite enough for one day!!". Ich bin nahe dran, einen Rechtsanwalt einzuschalten, fühl mich irgendwie in meiner Würde und meinen Rechten ziemlich verletzt. -
Mit das Härteste in diesem Chaos von Verschwörungstheorien war das Urteil der Dame vom bfz: Obgleich ich seit Jahren in zahnärztlicher Behandlung sei (Folgen/kleine Zahnfehlstellung aus Kindheit; darauf angesprochen) und selbst für eine nötige Operation voneinander unabhängige Diagnosen beschafft hätte - so sei ich dennoch dermaßen gefährdet, daß ich wegen innerer Blockadehaltungen wohl große Schwierigkeiten haben würde, das auch tatsächlich durchzuhalten, es mangele dafür an Disziplin. Sowas zu schreiben ist unsäglich.
Und, ich hätte ein "sehr negatives Weltbild", hieß es
besorgt. - Ich schließe dazu mit einem Dialog:
Du: "Was spricht dagegen, sich Jugend zu erhalten, und das Äußerliche zu pflegen?
Caroline Egle: "Ihre Jugend, die verlieren Sie eh, wir alle, so ist das Leben!"
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Rückblick im Dezember 2011:
Wie amtsärztliche Gutachten heimlich rückdatiert umgeschrieben werdenSo wie im letzten Absatz läßt man einen Text enden, wenn man Realsatire will. Aber darum geht's hier ja nichtmal. Ex-Callcenter Mitarbeiter werden generell so behandelt, nur fordern die meisten ihren Akt nicht an.
Als Du nach über vier Monaten Deinerseits sehr vorsichtigen Papierkriegs, schließlich Deiner Vermittlerin mit einer Strafanzeige drohst, falls sie sich nicht zurückziehe (sodaß Du einen anderen Vermittler bekommen kannst) mitsamt ihrer widerlegten Darstellung, wo sie wegen angeblich psychischer Probleme geplatzte Stellen frei erfand die es nicht gab -> läßt der Amtsarzt Dr. B. (Verbund Bayern-West der Arbeitsagentur), von dem seit Langem nichts mehr zu hören war, mal eben kurz
- ohne Information des Patienten daß/wann geändert wurde, aber
- rückdatiert mit ursprünglichem Datum
- ohne Zweitausfertigungsstempel, Aktennotiz oder sonstigen Hinweis daß es sich nicht um das Original handelt
jenes
Gutachten umschreiben.
Der Vertragsarzt im Herrenbachviertel würde dem Druck nachgeben, aber er ist
strikt dagegen wie Du von seiner Sprechstundenhilfe erfährst, weil das Handling seiner Meinung nach
nicht legal sei. Mit diesem Papier dann vertauscht der Amtsarzt das ursprüngliche Gutachten, wie als ob es nie eine andere Fassung gegeben hätte.
Dein neuer Vermittler würde Dich dann fragen,
*anguckend wie als könnte das alles auch Einbildung des Gegenübers sein*: Da stehe ja so richtig gar nichts drin in dem Papier von dem was Du da kritisiert hättest... Somit ist klar, daß hier klammheimlich "Kosmetik" betrieben wurde. Durch einen glücklichen Umstand (ihr Chef war im Urlaub) kannst Du Dr. B.'s Sekretärin dazu bringen, Dir eine Kopie des neuen Gutachtens auszuhändigen. Ich stelle es Ihnen hier als Scan im Format PDF zur Verfügung, Seite 1+2 ist die erste Fassung von Ende Januar, ab S. 3 von Juni 2011, beides aber mit Datum 27. Januar und ohne jeden Hinweis auf die Änderungen:
Die zweite Version verweist noch immer auf die widerlegten Darstellungen. Sie bleiben auch ohne Kommentar im Akt enthalten wie als ob sie stichhaltig wären. Man verweigert Dir vehement die Akteneinsicht oder eine Kopie des Akts, wie als hätte man etwas zu verbergen. Ein Aktenvermerk oder Hinweis auf Deine Stellungnahme liegt nicht im Ordner, das hast Du schriftlich von Dr. B.. Es sei noch unverändert und was solle die Nachfrage bitteschön?!
Seiner Ansicht nach sind geringfügige rückwirkende Änderungen an nicht physischen (körperlichen) Befunden
ohne Information der Betroffenen und
ohne Vermerk durchaus erlaubt (wenn jemand beim Amtsarzt und nicht beim -Psychologen war) - das Gesetz aber spricht hier eine klare Sprache. Für Betroffene ist es zumal nicht akzeptabel, von sowas nach Monaten abwimmelnden Papierkriegs nur durch Zufall zu erfahren, während man einverstanden gewesen wäre mit einer einvernehmlichen Entfernung problematischer Dinge aus dem Akt.
Auch wenn dies nicht mein Ziel war (Deine Schreiben alle sehr höflich und deeskalierend) - so schuf sich hier daran ein Präzedenzfall, der sicher belegt, wie bei der Bundesagentur für Arbeit offenbar allgemein mit medizinischen Gutachten umgegangen wird. Es sind unheimliche Ansammlungen von komisch anmutenden
Entartungs-Akten, mit über 5 Jahre alten Befunden von der vorletzten Arbeitslosigkeit, und allen möglichen Verschwörungstheorien, mit dem Ziel aufbewahrt, das gegen die Betroffenen zu verwenden.
Es kann Einzelne dann unerwartet hart treffen, etwa wenn Vermittler Jugendliche aus der Leistung steuern, die man als "Punks" abstempelt, was die meist nichtmal sind.
Pädagogische Gutachten, die mit medizinischen und psychologischen Begriffen um sich werfen, können heute auch eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie scheinlegitimieren - insbesondere viele Jugendliche verfangen sich darin wenn ihre Umgebung falsch reagiert. Seit Mitte der 90s hat sich die Anzahl von Zwangseinweisungen verdreifacht, wofür es laut Nervenärzten keinen anderen Grund gibt als jenes Klima.
Ich hoffe, daß der Fall anderen zur Absicherung dienen kann, etwa vor Gericht. Das war der Anlaß für die heutzutage sicher ungewöhnliche Mühe, einen Grundlagentext so detailliert ins Netz zu stellen. 'Präzedenzfall' meint im Volksmund, daß Einzelne die besonders angegriffen werden, den über jeden Zweifel erhabenen Nachweis erbringen. Auch wenn es unkomfortabel ist, selbst den Lackmusstreifen zu bilden in einer Zeit, wo Zuviele aus Angst oder Bequemlichkeit keine Fragen mehr stellen.