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Callcenter-blog
Dein Leben in der Karriere-Zeit
Paid Account [Gift] Created on 2008-11-12 20:36:53 (#17149467), last updated 2012-05-04
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Der Begriff "Callcenter" steht heute vorwiegend für Ideologie - etwa wenn Eigenschaften wie "kommunikativ, jung, dynamisch, innovativ, Teamplayer" übertrieben beansprucht werden. Die eigentlich gutgemeinte Karriere-Weltanschauung, welche Unbedarfte auf härtere Zeiten und mehr Sorgfalt vorbereiten sollte - sie wurde vielerorts in ihr Gegenteil gekehrt.
In der Branche distanziert sich heute fast jedes Unternehmen vom Terminus "Callcenter", der mit leichtfertigem Handling von Hotlines, und oft zu jungen Chefs verbunden wird. So ein Projekt entsteht aus dem Leben, jenen Wahnsinn der hämmernden Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks und diverser Karriere-Magazine etwa wiederspiegelnd, wo dann in Unternehmen 20-Jährige mit ein par abgeguckten Termini wie "dynamisch" oder "Affinität" Chefideologen spielen, und Chancen sozialistisch verwalten. -
Ich finde, "Callcenter-Blog" ist ein guter Name für eine Online-Community, wo gelegentlich kritische Texte zu finden sind über das zunehmend gespannte Verhältnis von Ideologie und Leben. Es geht hier um unbewußte ideologische Gewalt allgemein - wenn der Anspruch, kultiviert zu sein, bedeutet, daß wer positive Eigenschaften nicht plump-besitzergreifend für sich vereinnahmt, eben unkultiviert und ein Tier wäre, "irgendwie". - Insbesondere viele junge Leben werden heute durch ideologisches Mobbing dieser Art in Unordnung gebracht. Dies zu einer Zeit, wo der kleinste Makel im Lebenslauf bereits ewige Arbeitslosigkeit nach sich zieht, das Bewußtsein dafür aber einfach fehlt.
"Blog" im Titel signalisiert, wie schwer es in unserer Zeit ist, eine Online-Gemeinschaft zu gründen, ohne Tricks wie Fakes oder ein Appellieren an Gier. Viele Menschen müssen erst wieder lernen, daß unser System erwartet, für eigene Interessen zumal im Rahmen einer guten Sache einzutreten, und nur bereit ist diese zu berücksichtigen, wenn Leute zeigen, daß sie Offenheit auch wirklich wollen und verantwortlich damit umgehen - etwa sich per Email abstimmen. Moderate Projekte wie dieses sind häufig im freien Internet geringverlinkt außerhalb von privaten Netzwerken, doch sehr gut besucht. Es ist immer erst ein persönliches Weblog von wenigen Aktiven, wohinter im realen Leben ein Kreis von Ex-Kollegen und Bekannten steht. Also ein Entwurf, aus dem mehr werden kann, der aber bis dahin diesen Umstand auch nicht verleugnet.
Seit 4/2012 ist das Projekt unter der Domain callcenter-blog.com erreichbar, und mittlerweile (5/2012) habe ich die meisten offiziellen Blogeinträge von der alten Homepage (2007), Myspace und der Opera-Community hierher übertragen. Es wird vorerst als deutsches Weblog geführt, eine "Gemeinschaft" könnte sich entwickeln, aber sind wir mal realistisch (ja, 1+ Mio. Pageviews, aber für aktive Beteiligung braucht es mehr).
Wenn Sie meine Einschätzung dazu wissen möchten: Was Manche verallgemeinert "Spaßgesellschaft" nennen, hat dazu geführt, daß Einzelne einfach zuviel Themen angehen müssen. Wenn dies Projekt die Schwierigkeit widerspiegelt, das alles unter einen Hut zu bringen, ist bereits Einiges erreicht. Es beansprucht keine Harmonie oder Geschlossenheit, sondern ist ein Abbild des sprichwörtlichen Chaos unserer Zeit (vgl. Erderwärmung vs. Verhalten), und der Versuch, Leute vom radikalen Rand - oder aus der Verzweiflung - zurückzubringen. In dem Sinne sollten Sie es brechen. Ich für meinen Teil distanziere mich von der Vielzahl an Themen; ich bin nur in die Situation gekommen, bloggen zu müssen.
Wer soll so einen Wust an (von einfach Zuvielen der Aktivenszene) ausgelassenen Themen lektorieren, ist das überhaupt möglich? - Es muß liegengelassen werden für Andere.
Die Geschichte hinter diesem Projekt
Alte Intros
Kontakt
In der Branche distanziert sich heute fast jedes Unternehmen vom Terminus "Callcenter", der mit leichtfertigem Handling von Hotlines, und oft zu jungen Chefs verbunden wird. So ein Projekt entsteht aus dem Leben, jenen Wahnsinn der hämmernden Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks und diverser Karriere-Magazine etwa wiederspiegelnd, wo dann in Unternehmen 20-Jährige mit ein par abgeguckten Termini wie "dynamisch" oder "Affinität" Chefideologen spielen, und Chancen sozialistisch verwalten. -
Ich finde, "Callcenter-Blog" ist ein guter Name für eine Online-Community, wo gelegentlich kritische Texte zu finden sind über das zunehmend gespannte Verhältnis von Ideologie und Leben. Es geht hier um unbewußte ideologische Gewalt allgemein - wenn der Anspruch, kultiviert zu sein, bedeutet, daß wer positive Eigenschaften nicht plump-besitzergreifend für sich vereinnahmt, eben unkultiviert und ein Tier wäre, "irgendwie". - Insbesondere viele junge Leben werden heute durch ideologisches Mobbing dieser Art in Unordnung gebracht. Dies zu einer Zeit, wo der kleinste Makel im Lebenslauf bereits ewige Arbeitslosigkeit nach sich zieht, das Bewußtsein dafür aber einfach fehlt.
"Blog" im Titel signalisiert, wie schwer es in unserer Zeit ist, eine Online-Gemeinschaft zu gründen, ohne Tricks wie Fakes oder ein Appellieren an Gier. Viele Menschen müssen erst wieder lernen, daß unser System erwartet, für eigene Interessen zumal im Rahmen einer guten Sache einzutreten, und nur bereit ist diese zu berücksichtigen, wenn Leute zeigen, daß sie Offenheit auch wirklich wollen und verantwortlich damit umgehen - etwa sich per Email abstimmen. Moderate Projekte wie dieses sind häufig im freien Internet geringverlinkt außerhalb von privaten Netzwerken, doch sehr gut besucht. Es ist immer erst ein persönliches Weblog von wenigen Aktiven, wohinter im realen Leben ein Kreis von Ex-Kollegen und Bekannten steht. Also ein Entwurf, aus dem mehr werden kann, der aber bis dahin diesen Umstand auch nicht verleugnet.
Seit 4/2012 ist das Projekt unter der Domain callcenter-blog.com erreichbar, und mittlerweile (5/2012) habe ich die meisten offiziellen Blogeinträge von der alten Homepage (2007), Myspace und der Opera-Community hierher übertragen. Es wird vorerst als deutsches Weblog geführt, eine "Gemeinschaft" könnte sich entwickeln, aber sind wir mal realistisch (ja, 1+ Mio. Pageviews, aber für aktive Beteiligung braucht es mehr).
Wenn Sie meine Einschätzung dazu wissen möchten: Was Manche verallgemeinert "Spaßgesellschaft" nennen, hat dazu geführt, daß Einzelne einfach zuviel Themen angehen müssen. Wenn dies Projekt die Schwierigkeit widerspiegelt, das alles unter einen Hut zu bringen, ist bereits Einiges erreicht. Es beansprucht keine Harmonie oder Geschlossenheit, sondern ist ein Abbild des sprichwörtlichen Chaos unserer Zeit (vgl. Erderwärmung vs. Verhalten), und der Versuch, Leute vom radikalen Rand - oder aus der Verzweiflung - zurückzubringen. In dem Sinne sollten Sie es brechen. Ich für meinen Teil distanziere mich von der Vielzahl an Themen; ich bin nur in die Situation gekommen, bloggen zu müssen.
Wer soll so einen Wust an (von einfach Zuvielen der Aktivenszene) ausgelassenen Themen lektorieren, ist das überhaupt möglich? - Es muß liegengelassen werden für Andere.
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